Apocalypso - Abschied mit Fackelzug
Posted by CarstenNov 14
Ein schwerer Gang war es mitnichten, zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Lausch hatte geladen, und zwar zur Trauerfeier anlässlich der letzten Folge „Caine“. Auch wenn hierzu für mich gut 400 km (einfache Strecke) zu bewältigen gab, so konnte ich es mir nicht nehmen lassen, dem weitbekannten Auftragskiller ein letztes Lebewohl in stiller Anteilnahme zuteil werden zu lassen.

Quelle: www.stevencaine.de
Gut, dass ausgerechnet an diesem Tag St. Pauli gegen Düsseldorf spielt und irgendwo in der Nähe auch noch so eine Art Rummel stattfand, was für die Parkplatzsituation beinahe katastrophale Auswirkungen hatte, darüber hinaus auf der Strecke Bremen – Hamburg unzählige Baustellen das Vorankommen behinderten, konnte ja keiner ahnen. Naja, ich jedenfalls nicht.
So platzte ich also viel zu spät und mitten in die filmische Vorführung der gesammelten Abschiedsworte der meisten Sprecher, welche die Serie nun über eine lange Zeit begleitet hatten, sei es Torsten Michaelis (Steven Caine), Claudia Urbschat-Mingues (Linda Watkins), Hennes Bender (Jon-Jon), Wolfgang Bahro (Josh) und viele andere.
Eine leise Begrüßung durch den Labelchef Günther Merlau und einem Glas Bubbelwasser später, ging es auch schon mit dem Trauerzug los. Dem letzten Gang. Dem würdevollen Abschied. Dem Weg in die Dunkelheit.
Nachdem also ausreichend Fackeln verteilt, Träger bestimmt und die schwarzverhangene Bahre mit der letzten Folge der erfolgreichen Serie geschultert war, führte es den Trauerzug aus gut fünfzig Gästen in einen nahe gelegenen Park. (Unterwegs trafen wir natürlich auf einige St. Pauli Fans, die, gehüllt in Vereinsflagge und mit rosa (?) Strickmützen auf dem Kopf, ein ungläubiges „Ihr beerdigt echt eine CD? Krass, Alter.“ von sich gaben.)
Am Fuße eines voluminösen Denkmals konnten sich die Trauergäste dann von Steven Caine verabschieden. In einer Feuerschale verbrannten die Trauerfeierkarten, man kondolierte den Labelverantwortlichen Günther Merlau und Janet Sunjic, sogar das ein oder andere Lied wurde angestimmt. „Highway to Hell“, dass sich Steven für seinen Abgang gewünscht hätte, scheiterte bereits kläglich am Refrain, dagegen konnte Janet mit einem wundervoll vorgetragenen Lied die Herzen der Anwesenden rührenden. Sicherlich flossen Tränen, was man im unsteten Flackern der Fackeln aber nicht genau erkennen konnte. Daher vermute ich das jetzt einfach mal.
Das Ende wurde nicht weniger stilvoll gestaltet. Ein Sack Blumenerde entleerte sich über der Bahre mit der letzten Folge. Blumen wurden niedergelegt. Ergreifend…
Der Rückweg wurde mit einem knappen „So, jetzt gehen wir essen.“ eingeläutet. Ja, so kann es gehen.
Damit war dann auch endlich die Zeit für diverse Gespräche gekommen. Ein besonderes Vergnügen war es für mich, endlich einmal mit Günther Merlau und Janet Sunjic persönlich zu schwatzen und nicht nur über Mail oder Facebook zu kommunizieren. Sogar ein kleiner Rundgang durch das Studio war drin. Klasse.
Dazu konnte ich Sven Matthias vom Hoerspielprojekt, Sven Schreivogel von Nocturna-Audio und Martin Sabel, der der Rolle des FBI-Agenten Joel Grady seine Stimme lieh, die Hand schütteln.
Ein rundum gelungener Abend, dem ich gerne noch länger beigewohnt hätte, als es mir die Vernunft gebot. Immerhin standen mir am Folgetag noch zwei Lesungen bevor.
Ich hoffe aber, dass ich bald wieder die Gelegenheit bekomme, die heiligen Hallen von Lausch zu besuchen. Wäre mir eine Ehre … Schon allein wegen, naja, Steven Caine…

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