Am Ende der Blutspur
Posted by CarstenNov 12
Die Krimitage und somit auch das dritte Mönchengladbacher Nachtaktiv sind vorüber. Leider, wie ich gestehen muss. Über 400 aktiv Kulturschaffende gestalteten unter dem Motto „Raus aus der Kiste“ an 35 über die ganze Stadt verteilten Veranstaltungsorten einen abwechslungsreichen Abend mit 90 Terminen in allen Sparten: Musik von Klassik bis Rock und Pop, internationaler Tanz von Tango bis Sirtaki, Film und Kabarett, Krimis und Poetry-Slams, Kunst und Performance, sogar Zauberei und Akrobatik.
Mehr als, grob geschätzt, 5.000 Besucher genossen die vielfältigen Darbietungen. Mittendrin in diesem Spektakel: meiner einer.

Quelle: http://nachtaktiv.apparillo-mg.de
Gut, warum das Thema ausgerechnet mit dem mittlerweile in der Literatur doch recht breit ausgetretenem Pfad des Vampirs garniert werden musste (man erinnere sich an „Biss zum Morgengrauen“ von Stefanie Meyer), wer vermag das schon zu sagen. Änderte aber nichts daran, dass man die Veranstaltung als solche problemlos als Erfolg verbuchen kann.

Quelle: www.bis-zentrum.de
Mein Start in die Kulturnacht fand im BIS-Zentrum statt. Dort stieg die BIS-Krimi-Nacht mit vielen regional bekannten Autoren und Musikern. Um 20.00 Uhr wurde die Veranstaltung von der BIS-Mitarbeiterin Claudia Uebach-Pott vor über 50 Spannung und Action erwartenden Zuhörern eröffnet. Für die richtige Stimmung sorgte zu Beginn Harry Meschke, der mit seiner Hang und einem wahrlich treibenden Musikstück nicht nur uns nervösen Autoren die Pumpe ordentlich zum Rotieren brachte.
Meine Lesung folgte dann gegen 20.20 Uhr. Allein auf der Bühne, mit einem undurchsichtigem Vorhang aus Scheinwerferlicht, der leider nicht auch nur einen einzigen Blick auf die Zuhörer zuließ, gab ich einen Auszug aus meinem aktuellen Romanprojekt, einem Amsterdam-Thriller, zum Besten. Eine Premiere in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wollte ich schon immer mal eine Geschichte über Amsterdam schreiben, zum anderen war der vorbereitete Text noch unvorgelesen. Zumindest in der Öffentlichkeit.
Zugegeben, es war vielleicht ein wenig unfair, die Lesung mit einem Mord zu beenden, ohne dass ich den Täter offenbarte. Andererseits kann man ja auch nicht alles verraten. Dem Publikum hat es trotzdem gefallen, wenn man nach dem Applaus und den ersten Rückmeldungen gehen mag. Aber eines hat es auf jeden Fall: einen riesen Spaß gemacht!
Beinahe direkt danach, ich hatte natürlich noch die Gelegenheit für das ein oder andere Gespräch, ging es nach Rheydt in das Atelier Achmadow. Dort hatte der Kunsthistoriker Bernhard Jansen (kunst-x.net) unter dem Titel FineArtsPoetry. Literaturperformance zur Ausstellung “Poesie-Album” Kunstinteressierte, Künstler und Autoren für eine ganz besondere Veranstaltung versammelt. Noch so eine Premiere.
Zu Bildern der Künstler Achmadow, Michael Beckers, Alexander Hermanns, Zarema Rashidowa und Klaus Sievers präsentierten die Autoren Ansgar Fabri, Winand Herzog, Elia Hüneburg, Bastian Reichardt, Robert Schindelbeck und ich eigens ausgewählte oder verfasste Texte. Quasi als Bildbeschreibung, von literarisch bis feinsten Poetry Slam.
Auch hier bot sich den gut 40 Zuhörern ein recht buntes Spektakel. Sicherlich gehörte ich mit meinem horrorangehauchten Belletristik-Text (Der Schwarzalber) eher zu den Exoten unter den versammelten Literaten, aber dem Künstler „meines“ Bildes (Alexander Hermans) hat es gefallen, sogar so gut, dass er seinem bislang titellosen Werk den Storynamen verehren möchte. Bei so einem tollen Ansinnen habe ich mich natürlich nicht verweigert. Versteht sich ja.
Lang war die Nacht, erfolgreich, anstrengend und schön. Eigentlich kann ich es kaum erwarten, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Und wer weiß schon, was mich oder die Kulturfreunde dann erwartet. Wir werden es hoffentlich erleben …


One comment
Comment by Bernhard Jansen on 19. November 2009 at 23:12
Ein großes Dankeschön an Carsten und die anderen Künstler des FineArtsPoetry und der dazu gehörenden Ausstellung “Poesie-Album”. Der Schwarzalber kam wirklich gut! Vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal…