Kaum ist sie da, ist sie auch schon wieder vorbei - die Buchmesse in Leipzig.
Zwei Tage voller Action, mit jeder Menge netter Begegnungen, neuer Bekanntschaften, unzähliger Gespräche und … ja, Spaß war natürlich auch dabei.

MM-Hallenansicht

Wer selbst noch nicht auf ein Erlebnis „Buchmesse” zurückblicken kann, dem sei gesagt, es ist furchtbar anstrengend. Für die Füße (stundenlanges Stehen und Gehen), für die Stimme (stundenlanges Reden) und für die allgemeine Konstitution (stundenlanges … äh, was auch immer). Wie ein unglaublich abwechslungsreicher Kurzurlaub, nachdem man am besten noch eine Woche Ausspannen hinten dran hängt. Weil eigentlich ist es ja doch Arbeit, wenn auch schöne. Ok, außer, wenn man unverhofft mit so manchem „fantasievollen” Cos-Player-Kostüm konfrontiert wird. (Oh mein Gott, reicht dem Kind was zum Anziehen. Bitte!) Aber diese kleinen Schocks zwischendurch sind wenigstens dazu geeignet, einen über den Tag wach zu halten.

Messeblick

Das geballte Team von Steamtown.de, also Tom und Stephan Orgel sowie meinereiner, war angereist, um sich in den Trubel zu stürzen und dabei natürlich das ein oder andere Geschäftliche für unser Projekt in die Wege zu leiten. Und siehe da, Steamtown ist immer noch in (fast) aller Munde, obwohl seit dem Ende des ersten Online-Romans “Die Fabrik” mittlerweile gut drei Monate vergangen sind. Was wie Stillstand aussieht, ist in Wahrheit gar keiner. Im Hintergrund tüfteln wir bereits an einer neuen Internet-Präsenz, die ein wenig mehr Bildmaterial und auf jeden Fall noch mehr “Steamtown” beinhalten wird. Das dauert halt noch ein Weilchen. Zumindest konnten wir in den letzten Tagen einiges in Sachen Illustrator erreichen und auch die Planung Hörspiel/Hörbuch scheint ein Schrittchen nach vorne gegangen zu sein.


Zumindest bieten sich einige Alternativen an. In der Richtung Printversion hat sich auch etwas getan (über Ausspähen von geeigneten Verlagen bis hin zu konkreten Kontaktangeboten), aber das kann man natürlich erst verraten, wenn es sich konkretisiert hat. Also Geduld!

Stephan, Carsten, Daniela Knor und Falko Löffler (Bild:Tom Orgel)

Mit von der Partie auf der Buchmesse war auch meine Drachenkinder-Kollegin Chris Gref (in Begleitung ihrer Co-Autorin Meike), die ihren Debütroman “Das Meisterstück” mit im Gepäck hatte. Der historische Hanau-Roman lag äußerst gut in der Hand und verspricht auch inhaltlich Lesenswertes. Wessen Interesse geweckt ist, kann sich gerne auf Chris Internetpräsenz über Einzelheiten informieren.
Der erste Tag, der Freitag gestaltete sich jedenfalls trotz seiner vermeintlichen Kürze (Ankunft war erst gegen 14.00 Uhr) recht stockend. Kaum an der Leseinsel angekommen, die im diesen Jahr deutlich geräumiger aufgestellt war, presste ich mich durch gutgefüllte Gänge, nur um nach kaum zwei Metern schon für das erste Kollegengespräch anzuhalten und mich … festzuquatschen. Keine Sorge, dass ist mir noch gefühlte hundert Mal an diesem Tag passiert. Andererseits, dafür ist ja eine Messe nun mal auch da.
Zu den bekannten Gesichtern gesellten sich in den wenigen Stunden auch einige hinzu, die ich bislang nur online kannte, so zum Beispiel Janine Höcker (Thargannion), Stephan R. Bellem (Bluttrinker) oder Ole und Thomas Plischke (Die Zombies). Schön waren auch die immer wieder unterbrochenen Treffen mit Karsten von WerkZeugs (Nina, mach dir keine Gedanken. Es war wirklich kein Termin!), die wir doch irgendwann zu einem glücklichen Ende bringen konnten. An dieser Stelle noch einen herzlichen Gruß an Olga Krouk (Schattenseelen), die ich nach unserem Interview vor ein paar Wochen dann endlich persönlich kennenlernen durfte.

Tom Finn, Karl-Heinz Witzko und Tom Orgel

Tom Finn, Karl-Heinz Witzko und Tom Orgel

Abseits der Fanatsy-Leseinsel konnte ich mich auch eine Weile im Bereich “Hörbuch” herumtreiben und dort Ivar Leon Menger (Darksidepark) kennenlernen. Ein sehr netter Mensch, dem man seine genialen Thriller-Stories wie “Der Prinzessin” erst gar nicht zutrauen mag, die aber aus eigener Hörerfahrung einfach mitreißend sind. Lohnt sich also (so ganz werbefrei). Janet Sunjic von Lausch war ebenfalls vor Ort, sowie einige andere Hörspielfreunde und/oder die KollegenInnen vom hörBücher-Magazin, dessen aktuelles Cover das Konterfei von Ivar Leon Menger ziert. Wo wir doch eben beim Thema waren, richtig, “festquatschen”. Die Getränkevorräte, die ich mir zur Sicherheit und zur Kühlung der Stimmbänder eingepackt hatte, waren nach nicht einmal der Hälfte der Durststrecke aufgebraucht. Zum Glück gab es ausreichend Betankungsstellen auf dem Messegelände, sonst hätte ich wohl heute noch keine Stimme.

Stand von Manticor-Illustration

Manticor-Illustrations

Der Samstag verstrich etwas ruhiger, aber dafür mit noch mehr Stehen und Gehen. Und Reden. Natürlich. Zum Glück boten mir und meinen Füßen Maik Schmidt und Elke Brandt von Manticor-Illustrations für eine Weile Asyl auf einem ihrer Stühle. Bei der Gelegenheit überreichte mir Elke ihre überaus gelungene Zeichnung vom Snirfel-Hauptling, der beim Hören meiner Kurzgeschichte “Schmuck und Rache” (Ich berichtete) entstanden war. Das Original konnte ich wohlbehalten nach Hause schaffen, wo es einen Ehrenplatz in einem Rahmen über meinem Schreibtisch erhalten wird. Versprochen!
Eigentlich schade, dass ich die meisten, sicher lohnenswerten Lesungen verpasst habe. Irgendwie. Genug gab es ja davon. Naja, ich weiß schon warum. Genau, verquatscht. Aber man kann ja nicht alles haben.
Immerhin gab es zum Ausgleich ein paar gute Neuigkeiten im Hinblick auf meine eigenen Schreibprojekte, sei es in Sachen Thriller oder zur Kurzgeschichte, an der ich gerade arbeite. Ich hoffe daher, in Kürze mehr darüber verraten zu können.
Den Ausklang des Abends wurde durch die willkommene Einladung in eine Tappas-Bar gestaltet, den meine Agentur Schmidt&Abrahams organisiert hatte. Vielen Dank dafür. Gutes Essen, tolle Kollegen und ja, man ahnt es schon, ohne Ende reden. Aber Spaß hat es gemacht, allemal. Umso schwermütiger fiel der Abschied am nächsten Morgen. Während meine Steamtown-Kollegen die Messe ein paar weitere Stunden genießen konnten, durfte ich mich auf den sechsstündigen Rückweg per Zug machen. Dafür ohne reden, was durchaus eine Wohltat war.

Trotzdem, Leipzig sieht mich wieder. Spätestens in 2011.

Weitere interessante Messeberichte bei: Falko Löffler, Stephan Bellem, Andrea Bottlinger, Bernd Perplies, Klaus N. Frick, Christoph Hardebusch, dem Geisterspiegel, Darkstars Fantasy News, WerkZeugs und vielen anderen …